Getrennte Wege, gemeinsame Ziele: Herausforderungen auf dem Weg nach Kanada

Unser Weg nach Kanada war von sorgfältiger Planung und Vorbereitung geprägt. Wir waren uns bewusst, dass nicht jeder Plan sofort aufgehen würde und die ersten Jahre sicherlich herausfordernd sein könnten. Nun, da unsere Deadline für die Arbeitssuche erreicht ist, stehen wir vor unerwarteten Hürden. Trotz vielversprechender Jobzusagen von einigen Firmen haben Änderungen in den Immigrationsprogrammen zu Komplikationen geführt.

Viele Unternehmen verloren ihren „Designated Employer“-Status, was bedeutet, dass sie keine ausländischen Arbeitskräfte mehr einstellen können, bis sie diesen Status zurückerlangen. Dieser Prozess kann langwierig sein und erfordert von den Unternehmen, bestimmte Kriterien erneut zu erfüllen und sich einer Überprüfung zu unterziehen. Für uns bedeutet das, dass sich der Start in ein neues Leben in Kanada verzögert und wir uns weiter nach Alternativen umsehen müssen.

Vor unserer Abreise hatten wir bereits Mieter für die Wohnung gesucht, da es weder einer Wohnung noch einem Haus gut tut, leer zu stehen. Dieses Mietverhältnis bleibt natürlich weiterhin bestehen, was uns zusätzliche finanzielle Stabilität bringt. Meine Arbeit ermöglicht mir vorübergehend eine Dienstwohnung, und in meiner dienstfreien Zeit fahre ich zu Gernots Großmutter. Sie ist mit ihren 99 Jahren noch erstaunlich selbstständig, hatte jedoch in letzter Zeit öfters mit Schwindel zu kämpfen. Sie war daher einverstanden, dass ich vorübergehend in das alte Kinderzimmer im ersten Stock bei ihr einziehe, um nachts in ihrer Nähe zu sein, falls sie Unterstützung benötigt. Gernots Eltern übernehmen tagsüber einen Großteil der Betreuung, und ich kann so mithelfen, dass sie sich sicher fühlt.

Die Situation, Gernot und unsere Tiere für längere Zeit nicht zu sehen, erinnert mich an mein Auslandsjahr in der Schweiz. Damals habe ich in Bern gearbeitet, um wertvolle berufliche Erfahrungen zu sammeln. Etwa eine Woche im Monat war ich in Österreich, die restlichen drei Wochen verbrachte ich in der wunderschönen Stadt Bern. Obwohl ich dort viel gelernt habe und die Erfahrung nicht missen möchte, war es oft herausfordernd, so viel Zeit getrennt von meinem gewohnten Umfeld und meinen Liebsten zu verbringen. Diese Zeit hat mir jedoch auch gezeigt, wie wichtig es ist, den Kontakt aufrechtzuerhalten und sich bewusst Zeit füreinander zu nehmen, selbst wenn man physisch getrennt ist.

Trotz allem fällt mir der Abschied von unseren Tieren schwer. Die Hunde und Katzen sind daran gewöhnt, dass Gernot häufiger bei ihnen ist und sich um sie kümmert, aber die Vorstellung, sie über Monate nicht zu sehen, macht es für mich nicht leicht. Sie sind ein fester Bestandteil unseres Lebens und oft um uns herum. Die Technologie hilft uns, die Distanz ein wenig zu überbrücken – ich kann mit Gernot täglich über Videoanrufe in Kontakt bleiben. Die Zeitverschiebung von etwa fünf Stunden macht die Planung zwar etwas schwieriger, aber insgesamt ist der Unterschied nicht zu groß, sodass täglicher Kontakt gut möglich ist, selbst wenn ich wieder Schichtdienste im Gesundheitswesen habe.

Es ist eine schwierige Zeit, und wir sind dennoch dankbar für die Möglichkeiten, die wir haben, um unsere Pläne nicht aus den Augen zu verlieren.

Deine Meinung?

Hast du schon einmal eine Zeit lang aus einer normalen Beziehung in eine Fernbeziehung wechseln müssen? Uns interessiert, wie du mit dieser Umstellung umgegangen bist und was dir geholfen hat, die Distanz zu überbrücken. Teilen hilft oft dabei, mit Herausforderungen besser umzugehen, und vielleicht finden sich hier wertvolle Tipps, die auch anderen in ähnlichen Situationen weiterhelfen.

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