Angekommen im neuen Abenteuer: Unsere ersten Tage in Kanada

Nachdem wir nach einer langen Reise endlich in Kanada angekommen sind, sind wir nun in unserem gemieteten Haus, das wir zuvor über unsere virtuellen Netzwerke gefunden haben. Das Haus liegt in unmittelbarer Nähe zu dem Grundstück, das wir gekauft haben. Unsere deutschen Vermieter, deren Ferienhaus es ist, sind extra angereist, um uns persönlich kennenzulernen und willkommen zu heißen, was uns sehr gefreut hat.

Nach dem langen Flug und der ausgedehnten Autofahrt war es jedoch klar, dass wir erst einmal ein paar Stunden Schlaf und Ruhe brauchten. Unser erster Eindruck von Kanada war überraschend warm. Mitte Mai 2023 haben wir eine ungewöhnlich warme Zeit mit viel Sonnenschein und Temperaturen zwischen 25 und 35 Grad erlebt. Im Vergleich dazu liegen die durchschnittlichen Temperaturen im Mai in Cape Breton normalerweise zwischen 11 und 14 Grad Celsius (52-57 Grad Fahrenheit)​ (Time and Date)​​ (Current Results)​. Wir fragten uns schon, ob wir wirklich in Kanada angekommen sind!

Unsere Tiere haben sich schnell akklimatisiert. Die Katzen durften jedoch die erste Woche nicht aus dem Haus, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen und sich nicht zu verlaufen. Ab der zweiten Woche haben sie dann Stück für Stück ihr neues Revier erkundet. Zuerst nur die Haustürschwelle,  dann einige Zentimeter vor der Tür und ab dem fünften Tag wurde im Umkreis von etwa 20 Metern alles erkundet.

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Die erste Beute ließ zur Freude unserer Vermieter nicht lange auf sich warten. Sie hatten immer wieder mit Mäusen im Haus zu kämpfen, aber wir können schon nach zwei Wochen sagen, das wird kein Problem mehr werden.

Am zweiten Tag nach unserer Ankunft hatten wir den Weg nach Halifax vor uns, um das Mietauto zurückzugeben und unser bereits beim Händler reserviertes Auto abzuholen. Der Händler, der nun auch die Autowerkstatt unseres Vertrauens ist, befindet sich in Port Hastings, die letzte Stadt auf Cape Breton bevor es auf das Festland von Nova Scotia geht. Der glebe Zettel in der Windschutzscheibe ist die vorläufige Anmeldung durch den Händler, damit darf man bis zu einem Monat fahren.

Und ja wer genau hinsieht, es gibt vorne am Auto keine Kennzeichenhalterung. Zu unserer Überraschung (nicht die Einzige) werden Nummerntafeln nur hinten am Auto angebracht.

Bei der Anmeldung der Versicherung gab es leider eine böse Überraschung: Obwohl wir in Österreich durchgehend versichert waren, hat die erste Autoversicherung dies nicht anerkannt. In Kanada versichert man die Person(en) und nicht das Auto, wie in Österreich. Die Versicherungsagentin, die uns der Autohändler empfohlen hatte, hatte leider keine Versicherung, die österreichische Daten anerkennt. Um nicht unseren ganzen Plan durcheinander zu bringen, haben wir die Versicherung für sechs Monate abgeschlossen und diese Zeit dann für eine ausführliche Recherche genutzt. Auch hier zeigte sich leider, dass Informationen aus Österreich und unseren Netzwerken nicht mehr aktuell waren oder nur zufällig gestimmt hatten, dass jede Versicherung die Daten anerkennt, wenn diese nur auf Englisch nachgewiesen werden können. Somit mussten wir die volle Höhe der Autoversicherung bezahlen, was mit 3000 CAD für sechs Monate deutlich höher als erwartet war.

Die Fahrt nach Halifax war mit knapp vier Stunden zwar lang, aber unkompliziert. Diana, sichtlich vom Flug erholt, wurde wieder zu ihrem alten Autofahrer-Ich. In Cape Breton und sicherlich auch vielen anderen Teilen von Kanada ist es üblich, nicht alle Straßen zu asphaltieren. Nur Highways und Hauptstraßen sowie Straßen in Städten sind asphaltiert. Ansonsten gibt es die sogenannten „roads,“ das sind Schotterstraßen. Diese sind jedoch nicht wie in Österreich schmal und fast unbefahrbar, sondern teilweise bis zu vier Spuren breit. Sie werden mehrmals im Jahr gewartet, um die entstehenden Schlaglöcher zu beseitigen.

In Halifax durften wir die unfassbare Freundlichkeit der Kanadier erleben. Durch unsere Übermüdung und den Stress, der durch Dianas Verschwinden am Flughafen und unsere dadurch entstandene Verspätung verursacht wurde, hatten wir vergessen, Euro in CAD zu wechseln. Für die Einfahrt nach Halifax über die Angus L. Macdonald Bridge musste man jedoch einen kleinen Mautbetrag bezahlen. Da wir genau die eine Spur gewählt hatten, an der man nicht mit Karte, sondern nur bar zahlen konnte, war der Mautbeamte so freundlich, uns einfach durchzulassen. Als die Suche nach Bankomaten in Halifax ebenfalls erfolglos war, sprach uns ein Kanadier am Parkplatz eines Hotels an und erklärte uns, dass man nur in einer Bank wechseln kann. Da es dafür bereits zu spät war, gab er uns ohne zu zögern das Geld für die Rückfahrt über die Brücke nach Halifax in die Hand, plauderte noch ein wenig mit uns über Österreich und setzte dann seinen Weg fort.

Die Heimfahrt im neuen Auto war gemütlich und problemlos. Nun, da wir alle dringlichen kostenintensiven Arbeiten erledigt hatten, standen zwei Wochen purer Urlaub an.

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2 Responses

  1. Hallo Tanja

    Ich bewundere ja die Leute, die einfach machen, statt zu träumen.

    Wie gerne würde ich andere Länder bereisen, wie gerne würde ich dies und das machen. Oft fehlt mir der Mut. Und alleine bin ich sowieso raus.

    Genießt und verbringt schöne Zeit, denn aus Erfahrungen kann ich sagen, nichts ist selbstverständlich auf dieser Welt.

    Habt einen schönen Tag 🙂

    Liebe Grüße, Anja

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